Geschichte der St. Quintinus-Kapelle von Alster

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St. Quintinus-Kapelle von AlsterBereits 1901 soll an einer anderen Stelle, wahrscheinlich gegenüber dem Eingangsportal, eine kleine Kapelle, vielleicht auch nur ein Heiligenhäuschen oder Bildstock, gestanden haben. Dieses Heiligtum wurde im Jahre 1907 durch die heutige kleine Kapelle ersetzt. Die Kapelle ist dem hl. Quintinus geweiht und als zweiten Patron verehrt man den hl. Donatus.

 

Die einschiffige, zunächst private Kapelle, weist zwei Joche auf. Sie ist aus weiß verputztem Bruchstein gebaut, hat ein Schiefersatteldach mit leichten Aufschieblingen. Die Eingangstür befindet sich in der Fassade zur Straße hin. Die Fenster zeigen spitzbogige Öffnungen, mit graugestrichenen Steinrahmungen. Apsis blind, dreiseitig. Quadratisches Glockentürmchen mit schlankem schieferverkleidetem Turmhelm, leicht zur Eingangsfassade zurückstehend.

 

Da die Kapelle auf privatem Grund erbaut wurde, bemühte sich der Kirchenfabrikrat in den Jahren 1998/99 erfolgreich um Legalisierung dieser Situation, worüber Urkunden im Pfarrarchiv vorhanden sind. Demnach gehört die Kapelle nun rechtlich zur Kirchenfabrik Reuland.

 

Die Kapelle in Alster soll zwei aus Stahl geschmiedete Glocken im Jahre 1901 von Galhausen erhalten haben. Wahrscheinlich handelt es sich um eine kurzfristige Notlösung, denn das Glöcklein, das jetzt im Turm hängt, hat einen Durchmesser von 47 cm und eine Höhe von 40 cm. Am oberen Rand sind Rankenverzierungen, darunter steht zu lesen: GEGOSSEN VON DER FIRMA MABILON & CO IN SAARBURG 1901 - SANCTE DONATE ORA PRO NOBIS. (Hl. Donatus bitte für uns!) Außerdem ist auf der Glocke noch ein Kreuz abgebildet und ebenfalls der Blitze haltende hl. Donatus.

 

Im 2. Weltkrieg stand die Glocke im C-Verzeichnis der Abgabenliste mit folgender Bemerkung: "Kommt vorläufig nicht für die Ablieferung in Frage, - 25 kg." Sie wurde doch vom Schicksal ereilt und aus dem Turm geholt. Noch deutlich ist die in weißer Farbe aufgetragene Registriernummer der Glockensammmelstelle auf der Glocke sichtbar. Als der Turm verwaist war, rief eine kleine Hausglocke, die man vom Gut Koller ausgeliehen hatte, die Gläubigen zum Gebet. Bei der Lagerung in der Glockensammelstelle wurde der untere Rand leicht beschädigt, doch nach dem Krieg kehrte das Glöcklein wohlbehalten wieder heim. Im Volksmund heißt es, dass sie wegen ihrer kleinen Größe unter einer anderen Glocke versteckt gewesen wäre. So sei sie letztendlich vor dem Einschmelzen bewahrt geblieben.



Quellen:
1) Geschichtsverein „Zwischen Venn und Schneifel“, St. Vith (Hsg.): Kurt Fagnoul, Glocken aus Kirchen, Klöstern und Kapellen, St. Vith 1989, S. 30.
2) Verwaltung der Deutschsprachigen Gemeinschaft: Denkmälerverzeichnis, 3. Burg-Reuland, 1988, S. 46.
3) Heinrich Neu / Reiners Heribert (Hsg.): Die Kunstdenkmäler von Eupen / Malmedy, Düsseldorf 1932, Nachdruck 1982, S. 193.


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